5. März 2010, 8:30 Uhr, Dunsborough: Unterwasserwelt, wir kommen! Pünktlich halb neun stehen wir im Tauchcenter, noch etwas müde und auch nervös, aber voller Erwartungen, was wir wohl in den nächsten Tagen erleben werden. Blake, unser Tauchlehrer, erwartet uns schon. Junges Kerlchen – hoffentlich macht der auch alles richtig mit uns. Okay, erst mal Ausrüstung zusammensuchen: Tauchanzug, Boots, Flossen, Schnorchel und Maske, das Tarierjacket und den ganzen anderen Kram. Alles drei Mal zusammen und auseinandergebaut. Okay, das können wir jetzt.
Weiter geht’s: 250 Seiten Tauchbuch im Schnelldurchgang. Der Junge scheint’s eilig zu haben, ins Wasser zu kommen. Nun gut, ist ja auch ein straffer Zeitplan. In zwei Tagen muss schließlich alles über die Bühne gebracht sein.
11:00 Uhr, Quindalup Strand: Bevor wir überhaupt mit dem Kurs beginnen können, müssen wir erst einmal unser Können unter Beweis stellen. 200 Meter schwimmen und 10 Minuten über Wasser halten – ohne Ausrüstung, nur in Badesachen. Erstes Problem: ins 20 Grad kalte Wasser kommen. Gut 20 Minuten später kann an diese Anforderung ein Haken gesetzt werden. Jetzt geht’s los. Rein in den Tauchanzug. Noch mal 20 Minuten später bin auch ich dann endlich angezogen (mithilfe zweier Männer) und die ersten Atemübungen können unter Wasser gemacht werden. Gar nicht so schwer, alles klar, weiter geht’s. Schließlich haben wir eine lange Liste abzuarbeiten, bevor wir uns Open Water Diver nennen dürfen. Und dann geht’s auch schon los. Maske unter Wasser fluten, mit der Nase auspusten, Regulator aus dem Mund nehmen und zur alternativen Luftquelle wechseln. Oh mein Gott, ich will doch nur tauchen, Fische beobachten und Spaß haben! Warum quält ihr mich denn so?! Gut, das gehört nun mal dazu. Schließlich muss man auch auf den Ernstfall vorbereitet sein. Also Zähne zusammenbeißen und durch. Einige Pausen und Tauchgänge später: Genug für heute. Unsere Übungen haben wir zwar noch nicht alle gemacht, aber dafür ist Tauchlehrer Blake (eher ein Lehrerchen im zarten Alter von 20, wie wir später erfahren) so gütig und geht mit uns am nächsten Nachmittag noch mal unter Wasser.
6. März, 14:00 Uhr: Weiter geht’s im Programm, die restlichen Übungen gemacht und Sicherheit erlangt. Anni, ich bin stolz auf dich! Total übermüdet und kurz vor‘m Zusammenbrechen geht’s zurück ins Tauchcenter. Der ganze Kram will schließlich noch gewaschen und weggeräumt werden. Hmpf…
20:00 Uhr: Gute Nacht, alle zusammen, ich bin dann mal im Bett.
8. März, 8:30 Uhr, Dunsborough: Frisch ausgeruht nach einem freien Tag und voller Tatendrang geht’s heute in die finale Runde. Tieftauchgang ist angesagt, und der Großteil der Übungen muss in tieferen Gefilden noch mal wiederholt werden. Unter Originalbedingungen sozusagen. Verdammt! Als wir im Tauchcenter ankommen, wird allerdings erst mal Krisensitzung einberufen: Eigentlich würden Kurse dieser Gruppengröße (die genau aus zwei Personen – nämlich Thomas und mir – besteht) innerhalb von zwei Tagen durchgezogen. Wir seien aber heute schon den dritten Tag hier und könnten auch unsere vier Tauchgänge nicht alle an einem Tag machen. Insgesamt wären das also vier Tage Tauchkurs. Glück hätten wir, sagt der Tauchboss, dass unser Kurs versehentlich nicht im System stand und deshalb nicht wie geplant über’s Wochenende ging, sondern gestückelt wurde. Sonst hätten wir noch mal extra zahlen müssen. Arrogantes Arschloch! Der hat’s sicher auch nicht in zwei Tagen gelernt. Aber gut, warten wir heute erst mal ab und dann sehen wir weiter…
11:00 Uhr, Yallingup Strand: Nach ewigem Hin und Her und nachdem wir mit voller Montur schon einmal mit den Füßen im Wasser waren („Nein, hier ist es doch nicht so gut“), sind wir nun am Ort der Wahrheit angekommen. Mein Puls: Zu hoch. Meine Atmung, ganz schön flach. Mein Gesicht: mehr als bleich. Jetzt wird’s ernst. Raus ins Wasser. Die ersten Übungen gehen noch, dann wird’s immer mehr zur Farce. Die Maske ist der reinste Graus, ständig läuft Wasser rein, das ich auspusten muss (hab ich schließlich gelernt und da bin ich auch ganz stolz drauf!). Trotzdem einfach nur nervig. Dann das nächste Problem: Druck auf den Ohren, Druckausgleich. Wenn’s schmerzhaft wird, ist es schon zu spät. Also wieder ein Stück auftauchen, ruhig bleiben und noch mal versuchen. Irgendwann klappt’s dann doch. Die Übungen auch. Also gut, dann wollen wir mal ein wenig durch die Gegend schwimmen und schauen, was es hier so unter Wasser gibt. Nicht viel, denn die Sicht ist – pardon – beschissen! Zu viel Sand, meine Maske macht, was sie will, Druck auf den Ohren, das gibt’s doch nicht! Panik steigt in mir auf. Ruhig bleiben. Verdammte Axt, ich bin unter Wasser und atme durch einen kleinen Schlauch, da kann man nicht ruhig bleiben! Also hoch – in aller Ruhe, schließlich könnten sonst die Lungen platzen. Oh mein Gott, ich will hier raus! Endlich an der Oberfläche angekommen. Und jetzt schnellstens aus dem Wasser.
15:00 Uhr, zurück im Divecenter: Nach einer sehr schweigsamen Fahrt ist erst mal Mittagspause, bevor es in einer halben Stunde noch mal raus geht. Für mich ist allerdings an dieser Stelle Schluss. Schweren Herzens gestehe ich mir meine Niederlage ein und breche den Kurs ab. Dann werde ich eben nur ein Scuba Diver – das ist ja auch schon mal was. Und so einen großen Unterschied macht das nicht. Darf halt nur nicht ganz so tief tauchen und muss immer nen Instructor bei mir haben. Das heißt, wenn’s denn überhaupt noch mal mit Ausrüstung ins Wasser geht. Den letzten Tauchgang des Tages beobachte ich jedenfalls vom Strand aus. Thomas kommt voller Begeisterung zurück. Wenigstens einer, dem es gefallen hat.
9. März, 15:00 Uhr, Dunsborough: Erste Amtshandlung dieses Tages: Unseren Test schreiben. Läuft alles wie geschmiert. Ich bin nun ganz offiziell ein Scuba Diver. Und Thomas ist auf dem besten Weg, ein Open Water Diver zu werden. Mit Sonnencreme, einem Handtuch und nem guten Buch bewaffnet mache ich mich mit auf den Weg zu Tieftauchgang Nummer vier. Der letzte für Thomas, bevor der Kurs zu Ende ist. Mir reicht er in der Theorie. Ich werde auch diesen Tauchgang nur vom Strand aus verfolgen und stattdessen etwas für meinen Teint tun.
18:00 Uhr, Quindalup Strand: Thomas kommt wohlbehalten aus dem Wasser und der Spuk hat endlich ein Ende. Es gibt eben die einen, die werden Taucher, und die anderen, die planschen lieber nur so ein bisschen im Wasser herum





Hallo ihr zwei,
da habt ihr euch also auch unter Wasser begeben. Coool! Tauchen an der Küste Australiens – das wär was für mich. In anderthalb Wochen gehts nach Mallorca. Da ist das Wasser sicherlich nicht so schön warm wie bei euch. Aber was solls. In den Steinbrüchen, wo ich sonst immer abtauche, ist es ja auch relativ kühl.
Liebe Grüße
Steffi
hallo annika und thomas!
bin eben nach hause gekommen und habe alles über euren tauchkurs gelesen.bin aber trotzdem sehr beeindruckt,daß ihr das gemeistert habt alle achtung auch du annika.mach dir nichts draus nobody is perfect wie man so schön sagt.ich hätte genauso ein schiss gehabt und ich glaube es giebt bestimmt noch jede menge mehr.wenn ich dabei gewesen wäre,hätte ich mit dir gelitten.thomas hat es natürlich gefallen die alte wasserratte.trotsdem alles gute für nächste zeit und annika viel spass beim sonnen. mfg mutti und vati
Und ich mache meinen Tauchschein im kalten Darmstadt in nem läppischen See…
DIe blöden Übungen musste ich aber auch hier machen, vorallem das Tauchbrille mit der Nase auspusten fand ich besonders toll… :-/
Wenn ihr dann wieder hier seid, dann gehen wir mal zusammen tauchen!
Dicker Kuss!
Hallo ihr zwei,
wir sind natürlich auch mächtig stolz auf euch,dass ihr den Tauchkurs geschafft habt. Ehrlich gesagt sind wir froh,dass ihr es auch soweit unbeschadet (der Druck auf den Ohren wird schon wieder weg gehen) überstanden habt. Konnte Thomas eigentlich das Schiffswrack beim letzten Tauchgang sehen?
In den Tauchanzügen seht ihr richtig gut aus, wie die Profis.
Für eure Weiterreise wünschen wir euch alles Gute und viele schöne Erlebnisse. Jetzt wartet Perth auf euch
Liebe Grüße von Vati und Mutti (Thomas und Heidi )
Hallo ihr zwei,
Gratulation. Hut ab, Annusch, ich habe beim Lesen mit dir gelitten. Wahnsinn, dass du das überhaupt gemacht hast. Ich hätte es nicht gekonnt. Aber wieder was gemeistert. Ihr könnt beide stolz sein.
Bei uns schneit es heute mal wieder, wie immer.
Sonst ist auch alles beim Alten.
Liebe Grüße und Knutschi Steffi
He Anni. Kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken;) liebe und schnelle Grüße aus dem frühlinghaften Dtl.
Hallo Ihr Zwei!
Was wir neues von Euch gesehen haben,toll,toll,toll,ganz goßes Kino,einfach nur Klasse.
Wir sind einfach nur überwältigt von der wunderschönen Natur und dem “wahren Australien”
Ein wenig neidisch sind wir ja schon daß was Ihr dort
erlebt,vorallem das Tauchen, das Füttern der Delphine und vieles mehr was man aufzählen könnte.In Euren Beschreibungen wenn wir das lesen,hört sich wie aus einem Roman von Weltenbummlern an,spannend und auch sehr aufregend als wenn wir es selber erleben,einfach auch mitreißend.Trotz der Strapazen die Ihr in der Hitze auf Euch genommen habt, seht Ihr aber topp aus,so wie Wir euch auch kennen.Viele,viele schöne Bilder vom Kontinent,der weit weg von uns ist,aber doch so nah wenn Ihr davon berichtet.Allzeit gute Fahrt und noch weiterhin schöne und tolle Erlebnisse,vorallem bleibt schön gesund.
viele liebe Grüsse von uns allen zu Hause in ein fernes Land an Thomas und Annika