Nichtstun und warten – so lassen sich wohl am besten unsere zwei Wochen auf Fidschi umschreiben. Die Fidschianer sind absolute Weltmeister darin. „Fiji Time“ schreit es aus jeder einzelnen Pore ihres Körpers, während sie einfach nur herumsitzen, vor sich hin träumen, Löcher in die Luft starren oder sonst irgendetwas tun, was mit Nichtstun zu tun hat. Feste Zeiten und Termine gibt es hier einfach nicht. Wundervoll, mag sich der eine oder andere jetzt denken. Für uns ist das immer wieder aber auch zur echten Herausforderung geworden.
Gewartet haben wir während unserer Zeit auf Fidschi
- meistens auf den Bus: Haltestellen und Fahrpläne gibt es hier nicht. Abfahrts- und Ankunftszeiten sind ungefähr. Fiji Time. Mal eher, mal später. Und da der Fidschianer im Allgemeinen genug Zeit hat, setzt er sich einfach an die Straße und wartet.
- immer wieder auch auf gutes Wetter: Zwar ist im Moment Hochsaison und die beste Reisezeit. Aber wir hatten es trotzdem häufig bewölkt. Vor allem der Norden der Yasawas ist bekannt dafür, dass sich die Sonne öfter mal hinter Wolken versteckt. Und auch auf der Hauptinsel Viti Levu gilt, je weiter östlich man kommt, desto regenreicher wird’s. Stimmt beides.
- auf unser Essen: Vor allem während der Zeit, als wir mit Bula-Pass durch die Yasawas gereist sind, gab es in den Hostels/ Hotels/ Resorts (zwischen einem Resort, wie es die Fidschianer bezeichnen und dem, was sich der deutsche Mittelmeerurlauber darunter vorstellt, liegen Welten!) feste Essenszeiten, weshalb uns so manches Mal der Magen geknurrt hat.
- einfach nur so: Natürlich ist es auch mal schön, nichts zu tun. Aber es ist wirklich erschreckend, wie wenig wir daran gewöhnt sind, den Tag einfach mal Tag sein zu lassen.
Was wir außerdem gelernt haben:
- Die Fidschianer lieben es, zu singen und zu tanzen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Wer nicht mitmacht, ist doof
- Lokalbusse sind nicht nur günstiger, sondern auch definitiv eine Erfahrung wert. Fensterscheiben gibt es nicht (nur eine Plane) und wer raus möchte, muss an einer Schnur ziehen, an dessen Ende eine Glocke befestigt ist. Gehalten wird so ziemlich an jeder Ecke. Da man als einziger Hellhäutiger schon mal schnell als Touri enttarnt werden kann und somit einen höheren Preis gesagt bekommt, ist es ratsam, sich vorher über die üblichen Fahrpreise zu informieren.
- Fidschianische Kokosnüsse schmecken leider nicht ganz so gut wie die, die es in Deutschland im Supermarkt zu kaufen gibt. Dafür lässt sich wunderbar und ganz einfach Schmuck aus ihnen herstellen
- Strom und Wasser sind ein Luxus, den man erst zu schätzen lernt, wenn man ihn nicht hat: Vor allem in den kleinen Resorts auf den Yasawa-Inseln gab es häufig nur stundenweise Strom, und an warmes Wasser war erst gar nicht zu denken
- Kava, das Nationalgetränk der Fidschianer, sieht nicht nur aus wie Schlamm, sondern schmeckt auch so. In Wirklichkeit handelt es sich um die Wurzel der Pfefferpflanze, die getrocknet in ein Tuch gewickelt durch Wasser gezogen und ausgewrungen wird. Ist nicht alkoholisch, betäubt aber ein wenig Zunge und Lippen, je mehr man davon trinkt
- Fidschianer sind wahre Weltmeiser im Improvisieren. Während im Resort des deutschen Durchschnittsurlaubers jede Choreografie bis ins kleinste Detail genauestens geplant ist, wird hier einfach gesungen, wenn die CD nen Aussetzer hat, und meistens ist es auch nur eine Person, die den Tanz vollständig kann, an der sich dann alle anderen orientieren
- Wenn die fidschianischen Trommeln geschlagen werden, gibt’s Essen! In den Inselresorts auf Yasawa die übliche Methode, alle zu Tisch zu rufen. Manchmal saßen wir aber auch schon vor dem Trommeln und haben – was sonst?! – gewartet
- Hängematten können tückischer sein, als sie aussehen
- Auf Fidschi haben nicht nur die Männer einen Bart, sondern häufig – vor allem die älteren – auch die Frauen
- Dass die meisten Fidschianer nicht viel Geld haben, stimmt nach wie vor. Dass sie sich aber mit dem Wenigen, was sie haben, zufriedengeben, dürfte sich im Laufe der Globalisierung geändert haben. Als wir eines Nachmittags einen kleinen Dorfspaziergang mit Salomon, einem Fidschianer gemacht haben und in seinem Haus eingekehrt sind, lag gerade die halbe Familie vor einem Notebook und hat sich einen Film angeschaut J
Die Highlights unserer Reise:
- Wir hatten das Glück, dass gerade Saison der Mantarochen hier auf Fidschi ist. Das Mantaray Resort, in dem wir eine Nacht waren, hat sogar extra Späher, die die Leute nur rausschippern, wenn auch wirklich Mantarochen im Wasser sind. Morgens 7:00 Uhr ging bei uns plötzlich die fidschianische Trommel. Also schnell aus dem Bett und ab ins Boot. Mantas sind wirklich wundervolle Tiere. Um die vier Meter waren die, die wir gesehen haben. Ganz schön furchteinflößend, aber auch unglaublich faszinierend, wie sie so elegant durch’s Wasser geglitten sind, während wir wie die Energizer-Häschen gegen die Strömung anstrampeln mussten, um wenigstens ansatzweise mit ihnen mithalten zu können. Aber das war’s den Muskelkater wert.
- Am Fuß der Sabeto-Berge zwischen Nadi und Lautoka befinden sich Heiße Quellen, die wir ja zuvor schon in Australien besucht hatten. Was es down under aber nicht gab, war der Schlammpool, der sich direkt daneben befand. Wahrscheinlich hat ein weiser Fidschianer einfach nur eine Grube ausgeschachtet, um die Touris anzulocken. Egal. Wir hatten jedenfalls unsere wahre Freude damit und haben uns einmal von oben bis unten damit eingekleistert.
- In der Nähe von Pacific Harbour, im Süden der Hauptinsel Fidschis, haben wir uns den Regenwald mal aus einer anderen Perspektive angeschaut. An Drahtseilen mit Karabinern befestigt, haben wir uns bis zu 200 Meter von einer Plattform zur nächsten geschwungen. Zip Fiji nennt sich das. Unglaublich spaßige Sache!
So, und damit ist nun auch unser Urlaub im Urlaub fast vorbei. Montagmorgen geht’s zurück nach Sydney, wo wir noch mal zwei Tage haben, bevor wir auch das wundervolle Australien hinter uns lassen. Zeit wird’s…





nach dem tollen fussballspiel der deutschen mannschaft noch mal schnell ein paar zeilen über eure zeit auf den fidschi inseln.ihr habt nun auch mal eine andere ,aber auch eine tolle erfahrung wie es anders sein kann gemacht.so wie ihr es schildert,war es aber auch irgend wie schön.in der schlammasse habt ihr bestimmt auch gut ausgesehen oder?bei uns ist es noch immer sehr warm und man hat garkeine lust etwas anstrengendes zu machen.es wird nun bald zeit AUFWIEDERSEHEN zu sagen,wir warten schon auf euch.noch ein paar schöne tage und dann bis bald.viele grüsse mutti und vati und von den anderen auch.
Hallo ihr zwei,
ihr habt uns ja heute einen Mammutblogeintrag geschickt. Es war richtig anstrengend, sich bei unserer Sahara-Hitze aufs Lesen zu konzentrieren.
Obwohl wir uns über eure Einträge immer riesig gefreut haben(sicher haben wir dann Entzugserscheinung), freuen wir uns jetzt schon auf eure Live-Berichterstattung.
Wir zählen natürlich auch schon die Tage bis zu unserem Wiedersehen.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Fidschianer wenigstens einen Flugplan haben und ihr nicht endlos auf einen Bus zum Flughafen warten müsst.
Schade, dass es von eurem Relaxeurlaub noch keine Bilder gibt. Doch in Sydney bleibt ja bestimmt noch Zeit, um Fotos hochzuladen.
Genießt das Faulenzen, denn die deutsche Bürokratie wartet schon auf euch(Krankenkasse hat sich schon gemeldet).
Der Gegner für Deutschland im Halbfinale ist Spanien. Halbfinale werdet ihr definitiv nicht sehen, denn da befindet ihr euch auf dem Rückflug.
Bis bald! Liebe Grüße von Mutti & Vati (Heidi & Thomas).